Wissenswertes

Inhaltsverzeichnis:


Was ist die Energiewende und welche Rolle spielt dabei die Windenergie?

Deutschland will keine Atomenergie mehr nutzen – dazu gibt es einen breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens. Schrittweise soll unsere Energieversorgung auf erneuerbare Energien umgestellt werden – die sogenannte Energiewende. Viele klimapolitische und volkswirtschaftliche Gründe sprechen dafür, weniger fossile Energieträger zu nutzen, den Energieverbrauch zu vermindern und den verbleibenden Bedarf künftig möglichst vollständig aus erneuerbaren Quellen zu decken. Dies ist eine ambitionierte nationale Aufgabe.
Das Land Niedersachsen will aktiv zum Gelingen der Energiewende beitragen und seine Energieversorgung nach und nach auf 100 Prozent erneuerbare Energiequellen umstellen. Mit ihrem Erreichen wird auch der Klimawandel eingedämmt.
 
Schon heute verspüren wir negative Auswirkungen, zum Beispiel in Form von extremen Wetterereignissen.
 
Die Energiewende ist somit zugleich ein Beitrag zum Erhalt der heimischen Natur- und Artenvielfalt. Denn Klimaschutz und Artenschutz sind gleichgerichtet und verfolgen grundsätzlich gleichwertige Schutzziele, die sich im wohl verstandenen Sinne langfristig ergänzen, kurzfristig aber auch Zielkonflikte bergen können.
Die Windenergie als kostengünstige und klimafreundliche Technologie ist ein Eckpfeiler der Energiewende im Stromsektor. Ihr weiterer Ausbau ist ein zentraler Baustein der deutschen Energie- und Klimapolitik.
Niedersachsen ist aufgrund seiner geografischen Lage und Topografie für die Nutzung der Windenergie perfekt geeignet. In vielen Landkreisen und Gemeinden in Niedersachsen ist der Windenergieausbau bereits weit vorangeschritten.


Was sind die Vorteile der Windenergie?

Wind gibt es fast immer – daher ist die Windenergie als regenerative Energie so wertvoll. Durch den Einsatz von Windenergieanlagen kann man sich von anderen Energieträgern unabhängig machen.
Neben der Wasserkraft ist die Windenergie an Land (onshore) unter den erneuerbaren Energien die kostengünstigste Technologie um Strom zu produzieren. Mit 6 bis 9 Cent pro Kilowattstunde liegt die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für Wind-Strom an Land in der Regel erheblich unter denen für die Solar- und Bioenergie sowie die Geothermie. Auch Strom aus neuen fossilen Kraftwerken ist heute bereits teurer.
 
Windenergieanlagen erzeugen  während ihres Betriebs erzeugen keinerlei Schadstoffemissionen (z. B. Staubemissionen, Stickoxide oder Schwefeldioxid). Die Energie, die zu ihrer Herstellung benötigt wird, stellen sie bereits innerhalb eines Jahres bereit (energetische Amortisationszeit). Ihr Flächenbedarf ist gering. Außerdem bieten Windkraftanlagen z.B. bei Bürgerwindrädern eine gute Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürger an der Energiewende zu beteiligen.

Durch die technische Weiterentwicklung sind die heutigen Windkraftanlagen größer und leistungsfähiger als frühere Anlagen. Ihre durchschnittlich installierte Leistung liegt bei mittlerweile 2,6 Megawatt (Stand 2016). Der Wirkungsgrad der heutigen Generation von Windenergieanlagen hat sich ebenfalls verbessert. Eine einzige Anlage der 3 MW-Klasse erzeugt im Schnitt 10 Mio kW/h pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von 3.500 kW/h werden allein mit einer Anlage mehr als 2.500 Dreipersonenhaushalte versorgt.

Ist der Windpark in Betrieb, regelt das Steuerrecht die Verteilung der Gewerbesteuer: Meist gehen 70 Prozent an die Standortgemeinde des Windparks, 30 Prozent an Standortgemeinde des Betreibers; in besonderen Fällen werden sogar > 95 % der Gewerbesteuer der Standortgemeinde geboten.

 

Was ist das energiepolitische Ziel der Landesregierung von Niedersachsen?

Wenn wir bis zum Jahr 2050 komplett auf Atomenergie, Kohleverstromung und andere fossile Rohstoffe verzichten wollen, werden in Deutschland im zukünftigen Energieerzeugungsmix insgesamt mindestens 150 bis 200 GW Windenergieleistung an Land erforderlich sein. (Vgl. z.B. Berechnungen des Fraunhofer ISE). Davon könnte Niedersachsen rund 10 % beitragen.

 

Welche Voraussetzungen sind für dieses Ziel erforderlich?

Rund 4.000 Anlagen sind erforderlich, um die geplanten 20 Gigawatt in Niedersachsen zu erreichen (Anlagen mit durchschnittlich von 5 Megawatt Nennleistung). Dafür werden rund 1,4 Prozent der Landesfläche als Vorrangflächen zur Nutzung der Windenergie benötigt, von denen insgesamt etwa 2.000 ha der Landwirtschaft entzogen werden.
Zum Vergleich: Die mit Stand 31.12.2014 in Niedersachsen aufgestellten 5.616 Windenergieanlagen belegen gut ein Prozent der Landesfläche. Im Hinblick auf den Zeithorizont erscheint das angestrebte Ziel realistisch. Wir gehen davon aus, dass bis 2050 sämtliche heute bestehenden Anlagen ihre technische Lebensdauer überschritten haben, so dass sie entweder ersatzlos abgebaut wurden oder durch neue Anlagen ersetzt worden sind.

 

Welche Voraussetzungen sind für dieses 2050-Ziel in Niedersachsen erforderlich?

Etwa 4.000 Anlagen sind zur Zielerreichung notwendig. Zum Vergleich: Stand 31.12.2014 waren 5.616 Anlage in Betrieb. Anlagen der, wenn man von einer zukünftigen Anlagengeneration mit einer durchschnittlichen Nennleistung von 5 MW (Megawatt) ausgeht, um die geplanten 20 Gigawatt in Niedersachsen auch unter konservativer Betrachtung zu erreichen. Dafür werden rund 1,4 Prozent der Landesfläche als Vorranggebiete benötigt, von denen nur ein Bruchteil, nämlich rund max. 20 km² der gut 47.000 km² Landesfläche von den Anlagen in Anspruch genommen würden.
Es ist davon auszugehen, dass bis 2050 sämtliche heute bestehenden Anlagen ihre technische Lebensdauer überschritten haben, demzufolge entweder ersatzlos abgebaut wurden oder durch neue Anlagen ersetzt worden sind.

 

Gibt es in Niedersachsen ausreichende Flächen, die konfliktfrei für die Windenergie genutzt werden könnte?

Niedersachsen verfügt über ein maximales Flächenpotenzial von knapp 20 Prozent der Landesfläche, welches für die Windenergie theoretisch in Frage kommt. Dieses ergibt sich durch Abzug der sogenannten harten Tabuflächen, sämtlicher FFH-Gebiete sowie der waldbelegten Flächen von der Gesamtfläche des Landes. Harte Tabuflächen können aus tatsächlichen und/oder rechtlichen Gründen nicht für die Windenergie genutzt werden (Wohnnutzung, Infrastruktureinrichtungen wie Verkehrswege, Leitungen, Naturschutzgebiete etc. einschließlich der ggf. rechtlich erforderlichen Abstände hierzu). Weiche Tabuzonen können darüber hinaus aus planerischen Erwägungen von der Windenergienutzung ausgeschlossen werden. Folgte man vorliegenden Vorschlägen hierzu, ergäbe sich, dass höchstens 0,6 Prozent der Landesfläche vermeintlich konfliktfrei sind. Auf diesem Rest kann es aber noch weitere konkurrierende Nutzungs- bzw. Schutzbelange (z. B. des Artenschutzes oder der Flugsicherung) geben. Es existieren somit praktisch keine konfliktfreien Flächen für die Windenergienutzung. Umso mehr kommt es darauf an, im Rahmen einer sorgsamen Regional- und Bauleitplanung vor Ort die besten Lösungen, d. h. möglichst konfliktarme und geeignete Flächen, zu ermitteln.

 

Wie hängen Flächenbedarf und Anlagentechnologie zusammen?

Legt man die gegenwärtig überwiegend mit Neuanlagen erreichte Leistung im Bereich von 2,5 MW zugrunde, so wären für die Zielerreichung von 20 GW bis 2050 rund 8.000 Anlagen erforderlich. Mit Blick auf den Zielhorizont 2050 sind indes technische Innovationen bei der Entwicklung von Windenergieanlagen anzunehmen.
Man kann davon ausgehen, dass zukünftig zu erwartende Windenergieanlagen eine durchschnittliche Nennleistung von 5 MW haben werden. Die Zielerreichung wäre mit 4.000 Anlagen bei einem geschätzten Flächenbedarf  1,4 Prozent der Landesfläche aus.
Der tatsächliche Flächenbedarf (d.h. Flächen, die für anderweitige Nutzungen wie Landwirtschaft nicht mehr zur Verfügung stehen: Fundament, Zuwegung, Kranstellfläche) für das Ziel 20GW beträgt mit etwa 0,5 Hektar pro Anlage nur etwa 2.000 Hektar, das entspricht etwa 0,04 Prozent der Landesfläche.

 

Droht mit dem Ausbau der Windenergie eine Verspargelung der Landschaft?

„Wildwuchs“ und eine „Verspargelung der Landschaft“ durch verteilte Einzelanlagen können durch eine geordnete Flächenplanung vermieden werden. Neue Abstandsregelungen schließen das Repowering außerhalb dieser Grenzen aus. Ein Rückbau zahlreicher Altanlagen wird die Folge sein. Damit ergibt sich ein Aufräumen der Landschaft.

 

Welche Bedeutung hat das Landschaftsbild?

Die Kulturlandschaft Niedersachsens mit dem Landschaftsbild, das im Hinblick auf seine Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie auf seinen Erholungswert bewahrt werden soll, ist ein wichtiges Schutzgut und naturschutzrechtlich verankert.
Soweit der Bau von Windenergieanlagen Bereiche mit einem nach den Kriterien des Naturschutzes und der Landschaftspflege schutzwürdigen Landschaftsbild erheblich beeinträchtigt, muss dies bei der Planung und Zulassung von Windenergieanlagen berücksichtigt werden. Solche Bereiche sollen auf der Ebene der Regionalen Raumordnungsprogramme und der Flächennutzungsplanung auch künftig von Windenergieanlagen frei bleiben. Die Betreiber sind verpflichtet, den Eingriff in das Landschaftsbild finanziell zu kompensieren. Diese Mittel werden für Natur- und Landschaftsschutz verwendet.
In Niedersachsen sind rund 4.000 Anlagen zur Erreichung des 2050-Ziels erforderlich (Vergleich: Am 31.12.2014 waren 5.616 Anlagen in Betrieb).

 

Repowering

Warum macht das Land Niedersachsen keine Vorgaben zu höheren Abständen zur Wohnnutzung, zum Beispiel 10-fache Anlagenhöhe?
Aus fachlicher Sicht ist eine Vorgabe auf Landesebene für den Ausbau der Windenergie in Form von festen Mindestabständen weder erforderlich noch sinnvoll. Pauschale Abstandsvorgaben würden den Planungs- und Abwägungsspielraum der Landkreise, Städte und Gemeinden und damit die Suche nach den verträglichsten Standorten vor Ort unnötig einschränken. Pauschale Abstände im Umfang der 10-fachen Anlagenhöhe (bei den heute gängigen Anlagengrößen wären das 2.000 m) würden die für die Windenergienutzung in Frage kommenden Restflächen so drastisch reduzieren, dass die gesamte Energiewende in Frage gestellt würde. Für Niedersachsen würde nach Berechnungen des Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz bei einem pauschalen Abstand von 2.000 m zur Wohnbebauung (unter Berücksichtigung der anderen harten Tabuzonen) eine Potenzialfläche von nur rund 0,1 Prozent der Landesfläche verbleiben. Ein nennenswerter Beitrag der Windenergienutzung zur Energiewende wäre mit derartigen Abstandsfestsetzungen nicht mehr möglich.

 

Wie wird die Geräuschbelastung von Windenergieanlagen berücksichtigt?

Windkraftanlagen machen Geräusche. Beim Betrieb von Windenergieanlagen werden Geräusche vorwiegend durch die Rotorblätter verursacht. Deshalb sind die Lärmschutzrichtwerte neben der optischen Wirkung mitentscheidend für die Festlegung der Mindestabstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung. Für reine Wohngebiete gelten nachts 35 dbA als Richtwert (dbA ist ein technisches Maß zur Beschreibung der Stärke des Geräuschs).
Dieser Wert ist sehr viel schärfer, als zum Beispiel der Richtwert für Verkehrsbelastungen. In vielen bewohnten Gebieten können die tatsächlichen Lärmpegel bedingt durch Hintergrundgeräusche und Straßenverkehr daher deutlich höher sein.

 

Gehen Gesundheitsgefährdungen von Infraschallemissionen der Anlagen aus?

Windenergieanlagen erzeugen, wie viele andere Industrieanlagen (z. B. Ventilatoren, Klimaanlagen), der Straßenverkehr, aber auch natürliche Quellen (z. B. Wellengang, Gewitter) Infraschall. Unter Infraschall versteht man Schall, dessen Frequenz unterhalb der menschlichen Hörschwelle liegt. Dafür sind besonders die am Ende der Rotorblätter verursachten Wirbelablösungen sowie weitere Verwirbelungen an Kanten, Spalten und Verstrebungen verantwortlich. Moderne Windenergieanlagen, deren Rotoren auf der dem Wind zugewandten Seite angeordnet sind (Luv-Läufer), erzeugen weniger Infraschall als Anlagen, deren Rotoren sich auf der dem Wind abgewandten Seite drehen (Lee-Läufer).
Nach den derzeitigen Erkenntnissen reicht der Mindestabstand für Lärm und optische Wirkung aus, um den erzeugten Infraschall körperlich nicht mehr wahrzunehmen.
Gesundheitsschädliche Wirkungen sind nach heutigem Stand der Wissenschaft durch Infraschall bei Windenergieanlagen nicht zu erwarten. Der jüngste Zwischenbericht der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) über die Ergebnisse des Messprojekts 2013-2014 kommt zu keinem anderen Ergebnis. Dieser Bericht stellt zwar Wirkungen von Infraschall – sofern hohe Intensitäten oberhalb der Wahrnehmungsschwelle vorliegen – fest, führt aber aus, dass die im Umfeld von Windenergieanlagen auftretenden Infraschallpegel von solchen Wirkungseffekten weit entfernt sind, die Hör- bzw. Wahrnehmungsschwelle wird deutlich unterschritten. Gesundheitliche Wirkungen lassen sich in der wissenschaftlichen Literatur bisher nur bei Schallpegeln oberhalb der Hörschwelle zeigen. Unterhalb der Hörschwelle konnten bisher keine Wirkungen des Infraschalls auf den Menschen belegt werden.

 

Welche Richtwerte gibt es für Schattenwurf und Diskoeffekt?

Schattenwurf von Windenergieanlagen, d. h. der Licht-Schattenwechsel, den der sich drehende Rotor verursacht, kann als besonders belastend empfunden werden. Schattenwurf von geringer Dauer muss allerdings hingenommen werden. Der Richtwert für die tägliche Beschattungsdauer ist 30 Minuten pro Tag, der Richtwert für die tatsächliche jährliche Beschattungsdauer beträgt etwa 8 Stunden pro Jahr. Der Betreiber muss durch technische Maßnahmen sicherstellen, dass diese Werte nicht überschritten werden.
Oft wird der Schattenwurf auch mit dem Diskoeffekt verwechselt. Dieser entsteht durch Lichtreflexionen auf den Rotorblättern in den „Regenbogenfarben“. Aufgrund der heutzutage üblichen, matten Beschichtung der Windenergieanlagen spielt der Diskoeffekt aber praktisch keine Rolle mehr.

 

Welche Mindestabstände gelten für Windenergieanlagen?

Es gelten das Bundes-Immissionsschutzrecht und das baurechtliche Nachbarrecht.
Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) ist für die Bestimmung des erforderlichen Abstandes zur Wohnnutzung das Maß der von der Anlage verursachten Immissionen ausschlaggebend. Dazu gehören Lärm, Schattenwurf der Rotorblätter, mögliche optische Belästigungen durch Blinkfeuer und die sogenannte „optisch bedrängende Wirkung“ der Anlage auf benachbarte (Wohn-)Grundstücke.
Für die Lärmbeeinträchtigung durch Windenergieanlagen gilt wie für sämtliche immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftigen Anlagen die TA Lärm. Abhängig von den jeweiligen lokalen Gegebenheiten und den konkreten Anlagen, die aufgestellt werden sollen, ergeben sich dann jeweils individuelle Mindestabstände.
Aufgrund der bundespolitischen Vorgaben wird im Entwurf des Windenergieerlasses der Umkreis im Radius der doppelten Höhe der modernsten Anlagentypen (400m) als „harte Tabuzone“ gewertet, innerhalb derer die Windenergienutzung auch bei ganz leisen Windrädern definitiv unterbleiben muss. Etwa 25 Prozent der niedersächsischen Anlagen stehen heute jedoch innerhalb dieser Zone. Sie können daher nicht am selben Standort erneuert werden. Die kommunalen Planungsträger können im Rahmen ihrer Planungen größere Abstände vorsehen.
Auch Bau-, Straßen- und Luftverkehrs- sowie das Naturschutzrecht sind relevant. Neben Bundesrecht werden bei den Abständen zu Wohngebieten, Verkehrswegen, Naturschutzgebieten oder Gewässern auch die Gesetzgebungen der Länder wirksam.

 

Kann ein Landkreis höhere Abstände zur Wohnbebauung festlegen, als sie sich durch das Immissionsschutz- und Baurecht ergeben?

Ja - die Planungsträger (die Landkreise und Gemeinden) können im Rahmen Ihrer Planungshoheit über das immissionsschutzrechtlich gebotene Schutzniveau hinaus weitergehende Abstände (als sogenannte weiche Tabubereiche) im Rahmen eines schlüssigen Gesamtkonzepts für den Planungsraum festlegen und die Windenergienutzung außerhalb der planerisch festgelegten Flächen ausschließen. Ausreichender Platz für Windenergieanlagen muss aber eingeräumt werden. Hierzu bietet der Erlass Orientierungswerte.

 

Wie wird der Naturschutz bei der Planung von Windparks berücksichtigt?

Bei der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Windenergienutzung mit Ausschlusswirkung müssen gesetzliche Vorgaben beachtet werden. Aus diesem Grund sind geschützte Bereiche wie Nationalparke, Nationale Naturmonumente, Biosphärenreservate (Kern- und Pflegezone), Natura 2000- Gebiete (d. h. FFH-Gebiete und Europäische Vogelschutzgebiete und Naturschutzgebiete) für die Nutzung der Windenergie tabu.
Generelle Abstände zu den genannten Schutzgebieten sind (naturschutz-)rechtlich nicht vorgesehen und in Niedersachsen auch nicht vorgegeben oder beabsichtigt. Abstände können aber gleichwohl im Einzelfall geboten sein. Die Prüfung und Umsetzung eines solchen Abstandes muss im Einzelfall vorgenommen werden.

 

Wie werden Vögel und Fledermäuse bei der Planung von Windenergieanlagen geschützt?

Bestimmte Abstände können in Hinblick auf Vorkommen besonders und streng geschützter Arten im Einzelfall geboten sein. Das Vorkommen von Exemplaren geschützter, gegenüber Windenergieanlagen sensibler Arten bedeutet für sich allein keinen Ausschlussgrund für die Planung bzw. Zulassung von Windenergievorhaben. Vielmehr ist eine Einzelfallbetrachtung erforderlich.
In dem ergänzend zum Windenergieerlass erarbeiteten Leitfaden zum Artenschutz bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen wird dargestellt, welche Vogel- und Fledermausarten empfindlich auf Windenergieanlagen reagieren. In dem Leitfaden sind Untersuchungsradien, Anforderungen an die Untersuchungsmethodik sowie Vermeidungs- und Schadensbegrenzungsmaßnahmen aufgeführt.

 

Rechtliche Rahmenbedingungen / EEG

Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) regelt Betrieb, Netzanbindung und Einspeisevergütung; maßgeblich für die Planung von Windparks und einzelner Windkraftanlagen sind Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und Baugesetzbuch (BauGB). Windenergieanlagen, die nach dem strengen BImSchG genehmigt worden sind, schaden weder Mensch noch Natur. Diese Genehmigungsverfahren erfolgen, ebenso wie die Ausweisungsprozesse für Eignungsgebieten, unter Beteiligung der Öffentlich.