Initiative Windenergie zur Wiederaufforstung

Waldflächen wie Mondlandschaften – leider bittere Realität in vielen Forsten. Die Ursachen sind schnell ausgemacht: Sturmschäden und Borkenkäfer. Das Szenario lässt an das große Waldsterben in den 80ern erinnern.

Den Wald retten. Widerstand leisten". Plakat der Aktion Rumpelstilzchen.

(Bundesarchiv: Plak 007-020-005, Grafiker: o. Ang.)

Sterbender Fichtenwald in den Hochlagen des Riesengebirges an der tschechisch-polnischen Grenze.

 

 

 

Abb. aus: Waldsterben durch Verschmutzung. Eine Information des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 10.

(Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Foto: Dr. Klaus Thiele)


Briefmarke Umweltschutzkampagne "Rettet den Wald", Erstausgabetag: 16. 7. 1985
Briefmarke Umweltschutzkampagne "Rettet den Wald", Erstausgabetag: 16. 7. 1985


Auch heute besteht dringender Handlungsbedarf. Bund und Länder wollen der Forstwirtschaft mit öffentlichen Mittel beistehen. Aber reicht das Geld für eine Wiederaufforstung mit robusten und klimagerechten Holzarten?

 

Windenergieanlagen in geeigneten Kalamitätsflächen sind die Lösung. Sie entsprechen den Ausbauziehen für Erneuerbare, versorgen die Forstverwaltungen nachhaltig mit dem dringend notwendigen Geld, hinterlassen den Folgegenerationen nach ihrem Rückbau robuste junge Mischwälder mit allen typischen Tierarten.


Für die ENERTRAG AG ermitteln im nordwestdeutschen Raum geeignete Kalamitätsflächen und unterziehen sie mit moderner Technik einer Standortprüfung für besonders leistungsfähige Windenergieanlagen, treten mit den Privatforsten in Kontakt und betreiben Öffentlichkeitsarbeit vor Ort. Oft zeigt man sich überrascht, dass jede dieser Anlagen mindestens 4.500 Haushalte mit Strom versorgt, was 13.500 Personen entspricht. Und dies bei einem Flächenverbrauch der Größe eines Fußballfelds.

Kurz:  Ziel ist bei minimalem Flächenverbrauch maximale Strommengen zu erzeugen und naturnahe Lebensräume zu schaffen.

Es entsteht aber auch erhebliche Wertschöpfung vor Ort, dies sind nicht nur 90% der Gewerbesteuer. Erfahrene Wissenschaftler begleiten Bürger*Innen bei der Entwicklung und Formulierung von Naturschutzkonzepten im Umfeld der Anlagen. Dies dient dem Ziel, Kompensationsgelder für den Eingriff ins Landschaftsbild zur Erhöhung der Lebensqualität in den Standortgemeinden einzusetzen. In Niedersachsen sind es übrigens mehr als 100.000 € je Anlage, die dem Naturschutz zur Verfügung gestellt werden.


Weitere Beispiele zur Bürgerpartizipation können Beteiligungsmodelle sein, Windstrom „aus unserem Wald“ zu Sonderkonditionen oder die Unterstützung einer gemeinnützigen örtlichen Organisation. Auch hierzu stehen wir gerne im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Politik und Verwaltungen.


Entwicklung Holzeinschlag, 2020
Entwicklung Holzeinschlag, 2020

Zurück zur aktuellen Situation:


Wassermangel und Sturmschäden bieten insbesondere dem Borkenkäfer beste Voraussetzungen, sich zu vermehren und unseren Wäldern massiv zuzusetzen. Die Auswirkungen in der Fläche sind ökologisch und ökonomisch ein Desaster.

Etwa 83 % des gesamten Holzeinschlags 2019 entfielen auf Nadelhölzer wie Fichten, Tannen, Douglasien, Kiefern und Lärchen (insgesamt 56 Mio. Kubikmeter). Von den geschlagenen Beständen der Nadelhölzer wurden 43 Mio. Kubikmeter und somit 77 % aufgrund von geschädigten Bäumen gefällt. Häufigste Ursache für die Schäden bei Nadelgehölzen war auch hier der Insektenbefall: Er war für 31 Mio. Kubikmeter (73 %) des Schadholzeinschlags verantwortlich.


Der Anteil von Bäumen mit deutlichen Kronenverlichtungen stieg laut der Waldzustandserhebung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Jahr 2019 auf 36 % (2018: 29 %). Für einen Großteil der Bäume (42 %) wurde eine schwache Verlichtung der Baumkrone festgestellt. Nur rund ein Fünftel der Bäume (22 %) zeigte demnach im vergangenen Jahr keine Kronenverlichtung.
Wir verstehen uns als Partner der privaten Forstwirtschaft als Bindeglied zur ENERTRAG AG, Niederlassung Hamburg. Enertrag zählt zu den führenden Marktteilnehmern der Windbranche mit erheblicher Expertise.


Wenn man sich in den 2050er Jahren an dem jungen gesunden Wald erfreut, haben die Anlagen ihren Zweck erfüllt. Nach deren (garantierter) Demontage werden auch die letzten 3.000 m² jedes Standorts aufgeforstet. So schließt sich der Kreis. Windenergieanlagen in Kalamitätsflächen und Naturschutz stellen hier eine echte Symbiose dar. Genau dafür müssen wir gemeinsam etwas tun.


Auch wir von den Erneuerbaren denken über den Tag hinaus.

Machen wir aus der Not eine Tugend!